Zukunftsmalerei

Guten Morgäähnn! Ich sitze gerade im Wartebereich einer Spezialwerkstatt für Soundtechnik und habe endlich mal Zeit, euch mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. In den letzten Wochen habe ich zwar nicht sonderlich viel unternommen, aber umso mehr geplant und organisiert. Denn ohne konkreten Plan erwischte ich mich selbst dabei, wie ich eher unmotiviert in den Tag hinein gelebt habe. Es gab mehr Zweifel und Grübelei als Reiselust und Spontanität. Was ist in einer Woche? In einem Monat? In einem Jahr? Gleichzeitig schwebte nämlich auch die eigene Zukunft in den letzten Wochen wie ein Schatten über mir. Pleite nach Hause kommen und bei den Eltern Obdach schnorren steht nicht wirklich hoch im Kurs. Nach exzessivem Chatten und Skypen gibt es nun aber eine Art Masterplan für die nächsten 6 Monate und damit wohl auch für den Rest meiner Reise! Ich bin ja kein großer Freund von „Plänen“ unterwegs, doch wenn Besuch angeflogen kommt muss man eben zumindest Zeit und Ort vom Anfang und Ende des Trips festlegen. Und dass ist es Wert! Denn nach Jahren der Weltreise sitzt eine Erkenntnis ganz tief: Nichts ist so wichtig wie gute Gesellschaft.

In genau einer Woche landet Talya aus Israel in Vancouver. Das wird noch spannend, da wir uns erst einen Abend in Bangkok kennen gelernt hatten. Mit ihr gehts auf jeden Fall nach Vancouver Island, alles andere schauen wir dann. Anfang August muss ich irgendwie in San Francisco sein um Vincent abzuholen, der wieder 2 Monate mit mir THE DRIEM liven will. Der Westen der USA und Mexiko wird unter uns leiden müssen. Für Oktober wird Winni dann in Mexico City von Julia aus Innsbruck abgelöst, die mit mir bis nach Cancún fährt. Das wird hoffentlich genauso episch wie unsere gemeinsame Zeit in Thailand. Am 24. Oktober endet mein Lebensplan dann schlagartig. Wahrscheinlich geht es recht zeitig zurück nach Deutschland, um mit Julius an gemeinsamen Onlineprojekten zu arbeiten. Wobei das natürlich auch in Costa Rica geht… aber das Ziel einer ortsunabhängigen Selbstständigkeit hat sich in den letzten Monaten und Jahren mehr und mehr gefestigt und wird ab dem Jahresende meine Priorität sein.

So, das ist er - mein gesamter Zukunftsplan in einem kurzen Abschnitt. Detaillierter wird er nicht und soll er auch nicht werden. Ich bin tierisch glücklich, meine kommenden Monate mit so tollen Menschen verbringen zu können und sogar eine Art Plan für danach zu haben. Besser könnte es nicht sein!

Die letzten Wochen habe ich hauptsächlich in Victoria verbracht. Ich lernte unter anderem ein paar Trierer kennen und machte einige Tagesausflüge in die umliegende Gegend. Mein Favorit war eindeutig der Hike am Goldstream Trestle, wo man auf einer alten Eisenbahnbrücke rumklettern konnte, die das Tal in 200m Höhe überspannt. Mit Anna und Leon ging es Abends oft für Livemusik in Pubs oder auch mal in eine Art Brettspiele-Ausleih-Pizzeria (geile Sache), wo wir das in Kanada berühmte „Cards against Humanity“ ausprobieren konnten. Ich habe von dort auch ein paar sehenswerte  Handyvideos, wie wir für irgendein Kinderspiel auf eine Plastikbanane einprügeln.

Die weitere große Neuigkeit ist wohl, dass ich umgezogen bin! Mir schwebte schon länger der Gedanke im Kopf herum, den Van für die Tour nach Mexiko gegen einen Allradwagen zu tauschen. Weniger Komfort, mehr Abenteuer - das Leben findet im Sommer ja sowieso draußen statt. Dann ging plötzlich alles ganz schnell und ich kaufte einen Ford Explorer, nur wenige Stunden später hat Blubber für gutes Geld (der Ansturm war riesig) glückliche neue Besitzer gefunden. Das nette deutsch-australische Paar leistet mir momentan auch noch am Jericho Beach Gesellschaft. Zusammen mit zwei weiteren Deutschen, die ich im Baumarkt aufgegabelt habe. Den 97er Ford Explorer Limited habe ich schließlich routiniert ausgebaut und ausgestattet. Eine Bettkonstruktion mit 4 bündig passenden Staukästen von Ikea, eine große Kühlbox, Seitenleisten und getönte Scheiben für Sichtschutz. Für alles andere gibts Panzerband und WD40. Meine Matratze und viele andere Dinge konnte ich vom Van übernehmen. Die fetten Räder hatte der Wagen vorher schon, 31“ BGF A/T Schlappen sind so ziemlich das geilste was man sich unters Auto klemmen kann und der Grund, warum ich ausgerechnet dieses Auto gekauft habe - neu sind die unbezahlbar. Die schleifen zwar in der Kurve ein wenig im Radkasten, aber da kann man dann weghören. Es ist damit das richtige Auto, um auch in die hintersten Ecken der Nationalparks zu kommen oder wild auf Stränden zu campen. V8 und permanenter Allrad sind relativ durstig aber ich hatte nie zuvor ein Auto, was dermaßen spaßig zu fahren war. Da kann auch mein geliebter Leon Cupra aus Deutschland nicht mithalten. Wrrööööhhhmmmm! Die Soundanlage war leider komplett „beyond repair“, weshalb ich für schlappe 540 Dollar eine neue Anlage habe einbauen lassen. Das musste einfach sein. Wahnsinn, was man aus 2 guten 6x8“ Lautsprechern rausholen kann, wenn man alles fachmännisch verkabelt und vor allem dämmt. Dubidubidam, here we come!

Mein neues mobile adventure freedom "swag and weg" hobo home
Mein neues mobile adventure freedom "swag and weg" hobo home

Mittlerweile sind es auch nur noch 5 Tage, bis Talya ankommt. Das Wetter heute ist genial und ich werde mich nun wieder zum Strand aufmachen, um noch ein wenig am Wagen zu basteln. Meine neue Community braucht außerdem Hilfe beim Beachvolleyball spielen und Bier trinken. Daher ist dieser überfällige Eintrag auch in Rekordzeit entstanden und entsprechend knapp. Mir geht es momentan aber echt einfach nur super gut! Alles ist geregelt und ein paar tolle Monate liegen vor mir. Den nächsten Post gibt es dann wieder von irgendwo „on the road“. Raight, ayy!

Cheers Braahs


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