Gedanken

Hier findest du alle Einträge, die nicht wirklich in die Kategorie "Reisebericht" fallen, sich aber dennoch mit dem Thema beschäftigen. Lesen auf eigene Gefahr...

Weltreise #2: Noch so ein Fazit

Vor genau 6 Monaten endete meine zweite große Reise. Zeit, ein längst überfälliges Fazit zu schreiben. Nun war ich zwei mal für jeweils 18 Monate weg. Was war anders als bei der ersten Reise? Was hat sich geändert und welche neuen Erkenntnisse konnte ich sammeln? Wo ist es am schönsten? Was kommt nun? Bevor ich auf die Fragen eingehe gibt es hier zunächst ein kleines tl;dr meines Trips.

 


Zusammenfassung meiner zweiten Weltreise (Spoiler Alert *g*)

Anfang Mai 2015 ging mein Flieger nach Island. Spontan ging es mit einer Belgierin in einer kleinen Mietgurke rund um die Insel - eine tolle Zeit. Über Boston erreichte ich New York und konnte eine Woche am Big Apple naschen, der irgendwie ziemlich stark nach Burger schmeckte. Auf Hawaii wohnte ich bei Julius und seiner Freundin auf Oahu, habe dort neben kurzen Ausflügen und ein paar heftigen Hikes aber hauptsächlich die Seele baumeln lassen. Kurz vor knapp bekam ich schließlich mein Visum für Kanada und betrat 2 Monate nach Abflug aus Deutschland erstmals kanadischen Boden in Vancouver. Keine 24 Stunden später hatte ich einen alten V8 Chevy Van unterm Hintern und verbrachte 3 Tage beim Baumarkt und Ikea - das rollende Zuhause war fertig. Der erste große Roadtrip ging mit Julius durch die westlichen Rocky Mountains bis ins Okanagan Valley. Wir strandeten auf dem wohl wildesten Campingplatz Nordamerikas und Julius folgte der Liebe an die Ostküste. Auf mich allein gestellt war schließlich wieder alles offen und ich arbeitete für 6 Wochen in einer Packhalle für Früchte im idyllischen Osoyoos. Die Arbeit war stumpf und die Bezahlung mäßig, doch das internationale Team machte die Zeit zu einem Erlebnis. Große Waldbrände suchten die Region heim und hüllten Alles in dichten Rauch. Die Ölsaison stand vor der Tür und über Facebook fand ich Anna, die sich mit mir auf einen Roadtrip in den Norden gewagt hat. Von unberührter Natur über wilde Partys bis hin zum Lagerfeuer mit einer Motorradgang war alles dabei.

Angekommen in Fort St. John begann schließlich ein harter, einsamer Winter für mich. Der Ölpreis war im Keller und der Arbeitsmarkt schwierig. Mein Schlafzimmer war der Parkplatz von Walmart, mein Badezimmer das Schwimmbad und mein Büro war der örtliche McDonalds. Nach langer Suche fand ich schließlich einen Job im Ort als Schweißergehilfe bei einer Pipelinefirma. Doch viel zu tun gab es nicht und beim alleinigen Heben von über 100kg schweren Teilen ging es eines Morgens anstatt zur Arbeit ins Krankenhaus. Die Firma verlor nach einem großen Zwischenfall sämtliche Aufträge, musste aber ihren Ruf wahren und ließ ihre Mitarbeiter im Ungewissen hängen. Nachts wurde es bedrohlich kalt im Auto und ich war kurz vor dem Aufgeben. Doch ich hatte Glück. Erst Wochen lang nur auf dem Hof, dann durfte ich schließlich als „Wassertechniker“ einer anderen Firma in den Busch. Dann wurde der Hase reingemacht, wie Hannes sagen würde. 14 bis 18 Stunden Arbeit pro Tag oder Nacht, Leben in Containercamps mitten im Nirgendwo, große Firmenwagen, extreme Kälte, Abgeschiedenheit, Langeweile, Herausforderungen. Einsame Weihnachten und Polarlichter statt Silvesterfeuerwerk - das volle Programm. Aber in nur 2 Monaten legte ich mehr Geld zur Seite, als ich in den übrigen 16 Monaten der Reise ausgegeben habe. Ende März war dann plötzlich alles vorbei. Noch über Nacht verließ ich Hals über Kopf die Region, mit gefülltem Konto und reichlich Plänen für den kommenden Sommer - diese Fahrt werde ich nie vergessen.

Ich brauchte einige Zeit um wieder auf das normale Leben klarzukommen, verbrachte die nächsten Wochen in wechselnder Begleitung hauptsächlich in und um Vancouver und Victoria. Ähnlich wie damals in Melbourne bildete sich am Jericho Beach um mich herum so langsam eine Kommune. Hier plante ich in Ruhe die restlichen Monate meiner Reise, bzw. klärte ab, wann mich wer wo begleitet. So viel „Planung“ war Neuland für mich. Für den großen Roadtrip bis ans Ende von Mexiko tauschte ich meinen geliebten Van schließlich gegen einen ordentlichen Geländewagen. Mit Talya aus Israel ging es fast 3 Monate lang quer durch den Westen Kanadas. Vancouver Island, Rocky Mountains, Tiefebene. Wir lebten ausschließlich im Auto und blieben einfach, wo es uns gefiel - der Geländewagen fand immer einen Schlafplatz. Einfaches, unbeschwertes Leben ohne Verpflichtungen. Wieder alleine machte ich mich auf in die USA und fuhr bis nach San Francisco, wo ich Ellen nochmal traf und schließlich Vincent vom Flughafen abholte. Zwei Monate cruisten wir zusammen durch den Westen der Staaten, die Baja California hinab bis nach Mexico City. Atemberaubende Landschaften, steile Hikes, ein Treffen mit Anja und der Gang, der total verrückte Burning Man, mexikanisches Chaos und Tacos. No cilandro por favor! Im fliegenden Wechsel kam Julia aus Österreich und wir fuhren 3 Wochen zusammen durch das wilde, unberührte Mexiko bis hin zur paradiesischen Isla Mujeres, wo wir es uns nochmal gutgehen ließen. Zum Abschluss hatte ich noch 10 Tage alleine im Hostel von Cancún, wo ich mühsam mein Auto verkaufte und in internationaler Begleitung ausgiebig das Ende dieser grandiosen Reise feiern konnte.


 

Dass sind sie, meine letzten 1,5 Jahre in einem Absatz. Wie bereits nach der ersten Reise fällt es mir schwer, für ein Fazit die geeigneten Worte zu finden. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb ich es so lange vor mir hergeschoben habe. Aber irgendwann legt die Kuh ein Ei oder so (hä wat) also here we go:

Im Prinzip hat sich meine durchweg positive Einstellung zum Langzeitreisen nicht geändert. Und obwohl sich meine beiden großen Weltreisen in ihrer Art sehr ähneln, gibt es doch ein paar kleine Unterschiede. Zunächst hatte ich das ganze etwas anders angegangen: Oneway Ticket anstatt Open Return Paket, Duffle Bag anstatt Rucksack, dicker V8 und Geländewagen anstatt fahrenden Ersatzteillagern. Ich hatte mir von Anfang an hohe Ziele gesteckt und schon einen ganz groben Plan im Hinterkopf, der schließlich auch aufgegangen ist. Auch hatte ich ein klares Bild vor Augen von dem, was mich erwartet und wie ich es bewältigen kann.

So wusste ich zum Beispiel bereits, dass ich am liebsten Abschnittsweise zu zweit reise und wie absolut entscheidend ein passender Reisepartner ist. Warum sich also ins soziale Abenteuer stürzen, immer gleiche Kennlernfragen und Geschichten austauschen und für Ungewissheit auf eine garantiert gute Zeit mit bekannten Gesichtern verzichten? Denn wenn täglich alles um dich herum neu, aufregend, spontan und ungewohnt ist, ist es enorm viel wert über den Reisepartner eine gewisse Konstanz zu haben. Und dazu muss man eben auf derselben Wellenlänge sein, sich in weiten Teilen blind verstehen. Da hatte ich wirklich Glück, immer tolle Leute an meiner Seite zu haben!

Ein weiteres Beispiel für Voraussicht und Planung ist die Wahl und der Ausbau meiner Autos. Auch hier wusste ich aus Erfahrung, wie wichtig das mobile Zuhause ist und habe bereits Wochen im Voraus den Fahrzeugmarkt im Blick gehabt. Irgendwann kennt man sich auch generell besser aus und wenn man schließlich zum fünften oder sechsten mal ein Auto zum Reisen ausbaut, kann auch dort eine gewisse Routine aufkommen. Es gibt zig weitere Beispiele. Durch dieses Maß an Vorraussicht, bei gleicher Art zu Reisen, habe ich somit wenn man so will ein wenig Abenteuer gegen Wohlbefinden eingetauscht. Ob dass der richtige Schritt war, weiß ich auch nicht - 10 Schritte weiter wäre ich wahrscheinlich dann einer von den Rentnern, die im umgebauten Reisebus leben. Es hat beides Vor- und Nachteile, meine nächste Reise würde ich aber wohl wieder etwas spontaner angehen.

Apropos Reisebus, da muss ich mal kurz den Kinofilm ansprechen, der momentan so erfolgreich durch die Medien rollt: Ein Deutscher fährt mit Freundin und Hund von Alaska nach Mexiko. Nun habe ich ja dieselbe Route (ein wenig größer) in ähnlicher Form „erfahren“ und konnte zudem über Julius auch mal einen Einblick ins Filmgeschäft und in den Aufwand der Realisierung solcher Projekte werfen. Und da muss ich einfach mal sagen, dass solche Filme als „Insider“, so schön und gut sie auch sind, in keiner Form mehr beeindrucken oder inspirieren. Letztendlich wird dabei die Illusion verkauft, eine Reise gefilmt zu haben. Die Realität sieht aber so aus, dass der Dreh ein Fulltime Job ist und die „Reise“ eben das Produkt dessen. Nun ist es bestimmt kein schlechter Job und man erlebt Einiges nebenher, aber es ist eben ein Job und hat nicht mehr viel mit Individualreisen zu tun. Planung und Organisation, Auswertung und Übermittlung gewaltiger Mengen Rohmaterial, Bild und Tontechnik, Luftaufnahmen… nein, das macht man nicht mal so nebenher am Lagerfeuer. Das Filmprojekt steht jederzeit im Vordergrund und bestimmt den Tagesablauf. Und zum Opfer fallen dabei genau die Attribute einer Reise, die dem Zuschauer suggeriert werden: Spontanität, Flexibilität, Unbeschwertheit, Freiheit. Das Endprodukt ist daher leider ähnlich Fake wie die Berichte und Vlogs einschlägiger Youtuber oder die Bilder der ganzen Lifestylespacken an der Filterfront Instagram. Das wollte der Grumpy Grandpa in mir einfach mal loswerden.

Wo ist es am schönsten? Die Frage muss wohl jeder für sich beantworten können. Wenn mit „schön“ gemeint ist, für längere Zeit dort unterwegs sein zu können und ein Leben on the road mit all seinen individuellen Möglichkeiten zelebrieren zu können, lautet die Antwort für mich nach wie vor Australien. Aber ich habe auch schon viele Weltenbummler getroffen, die Kanada oder Neuseeland den Vorzug geben würden. Es kommt da wohl einfach auf persönliche Vorlieben und vor Allem auch Erlebnisse an. Hätte sich damals eine Huntsman Spider in meinem Ohr eingenistet (soll ja vorkommen) würde hier vielleicht etwas anderes stehen.

Mit 34 Blogeinträgen habe ich auf der zweiten Reise nur noch halb soviel geschrieben, wie noch während der ersten Reise. Dabei geht es vielen Globetrottern ähnlich - ein Großteil der Reiseblogs hört sogar irgendwann abrupt auf und ich bezweifle, dass die Leute alle tot umgefallen sind. Die „Lust am Schreiben“ fehlt, heißt es dann, doch da steckt sicherlich mehr dahinter. Einerseits sinkt mit der Zeit das Mitteilungsbedürfnis, denn viele allgemeine Dinge wurden bereits gesagt oder werden irgendwann als selbstverständlich vorausgesetzt. Andererseits, und das ist wohl der kritischste Punkt, entsteht mit der Zeit auch eine gewisse Distanz. Distanz zum „normalen“ Leben, zu Alltäglichem, zu den Menschen daheim. Entscheidend sind dabei nicht die Entfernung, sondern Lebensumstände und Reisedauer.

Die Lebensumstände verändern den eigenen Fokus und Prioritäten. Auf Reisen erweitert man zudem seinen Horizont weiter und weiter, während Zuhause gefühlt die Zeit stillsteht. Mit den wirren Gedanken und Erlebnissen eines Langzeitreisenden können Heimgebliebene oft auch einfach nicht viel anfangen. Und was die Reisedauer angeht, kann man bedenkenlos den alten Omaspruch (Gruß an dieser Stelle :-*) „Aus den Augen, aus dem Sinn“ wieder heraus kramen - es stimmt einfach wirklich, und zwar beider Seiten gleichermaßen. Da juckt es keine Sau, wenn man nackt durch die Wüste wandert oder sich die Cornflakes brüderlich mit einem Grizzlybären teilt - aber wenn man dann Zuhause eine Runde Motorrad fährt, dann soll man sich doch bitte melden, wenn man wieder heile angekommen ist. Aber diese Distanz ist nicht verwerflich und liegt wohl einfach in der Natur des Menschen. Meine primäre Schreibmotivation ist ohnehin, die Dinge für mich selber festzuhalten. Dann kann ich als alter Opa gelegentlich nochmal kurz die Modelleisenbahn an die Seite legen und in meinen vergilbten Reisebüchern blätternd in Erinnerungen schwelgen.

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der nicht nur in Bezug auf die Schreibmotivation erwähnenswert ist: Die eigene Messlatte (höhö..) liegt einfach viel weiter oben, als noch zu Beginn.   Im Laufe der (Reise-)Zeit wird man immer schwerer zu begeistern und zu beeindrucken, doch gleichzeitig auch schwerer zu verunsichern oder irgendwie anders negativ zu beeinflussen. Kurz: man wird abgestumpfter. Baden im Wasserfall, Party am Strand - kennt man ja schon. Auto macht Probleme, Jobsuche ist schwierig - kennt man auch schon. Es mag sich arrogant anhören, aber irgendwann schwebt über allem eine Art innere Ruhe, entstanden durch Erfahrung und Weitsicht.
Dieselbe Weitsicht kann ironischerweise aber auch Auslöser für innere Unruhe sein. Die kommt bei mir immer dann zustande, wenn ich kein Ziel vor Augen habe. Eine Aufgabe oder Herausforderung eben, die mich bei Laune hält. So hatte ich auf Hawaii zum Beispiel wenig Lust auf Erkundungstouren, weil ich mich in Gedanken schon auf die harte Zeit im Ölgewerbe einstellte. Da muss wohl jeder auf seinen eigenen inneren Aristoteles hören, aber so ganz ohne übergeordneten Sinn und Zweck fühlt sich glaube ich jeder Mensch auf Dauer ein wenig verloren. Das eigene Mindset (die Mentalität) ist letztendlich entscheidend, wie man die Reise empfindet. Das Mindset definiert schließlich den Unterschied zwischen einem Roadtrip und einer Fahrt nach bei zu Ikea.

In Zusammenhang mit den neu gewonnenen Erkenntnissen bleibt noch die Frage, wie ich meine persönliche Zukunft gestalten möchte. Was wird aus dir, Flo? Frau und Kinder, Bürojob und hübsches kleines Haus mit Kiesauffahrt? Trommeln am Feuer mit eigenem Baumhaus auf Fiji? Trotz demographischem Wandel gestaltet es sich schwierig, einen Kompromiss aus beiden Welten zu finden. Nach wie vor kann ich mir eigentlich nur die Selbstständigkeit als dauerhafte Lebensbasis vorstellen. Ideen gibt es, Einschränkungen auch - wir werden sehen. Nochmal auf Reise gehn? Irgendwann ganz bestimmt. Mal wieder ohne Auto los, Südamerika oder Afrika, vielleicht nochmal nach Asien… wer einmal die Freiheit gekrallt hat gibt sie wohl nur ungern wieder ab.

Abschließend möchte ich noch festhalten, dass ich absolut nichts bereue. Langzeitreisen ist immer ein Kompromiss, aber zurückblickend überwiegen die positiven Seiten um ein Vielfaches. Diese 3 Lebensjahre sind weit mehr, als die berühmte Lücke im Lebenslauf. Das Meiste würde ich wieder so machen oder zumindest ähnlich. Ich kann wirklich Jedem, der sich noch irgendwie unsicher ist nur ans Herz legen den Schritt zu wagen und auf eigene Faust loszuziehen.

Ein großes DANKE nochmal an alle, die meine Abenteuer verfolgt haben. Auch wenn ich noch nicht weiß, wann es hier neuen Inhalt gibt, bleibt der Blog zunächst online. Zum Abschluss möchte ich nochmal einen kurzen Auszug aus meinem ersten Fazit posten - nämlich der Teil, der sich nicht geändert hat und auch nicht ändern wird:

Reisen in der Form, wie ich es erleben durfte, ist keine Aktivität die man ausführt. Es ist keine Sache, die man gerade macht. Nein, das ganze Leben ändert sich. Die eigene Welt stellt sich sprichwörtlich und auch buchstäblich auf den Kopf und du bist mittendrin. Es gibt keine Kompromisse zwischen Aufgeben und Weitermachen und es ist dein Alltag, dass du keinen Alltag hast. Dabei gibt es genau so viele spannende wie langweilige Momente. Es ist nicht immer Alles spektakulär und außergewöhnlich, und das muss es auch gar nicht sein. Aber die Intensität, Häufigkeit und Variabilität, in der den Reisenden die unterschiedlichsten Gefühle und Gemütslagen aufsuchen steht in keinem Verhältnis zu dem, was man Zuhause empfindet. In den 18 Monaten auf Reisen habe ich mehr gelacht, geweint, gelernt und gedacht als in den 5 Jahren davor. Das liegt nicht nur an den geänderten Umständen, sondern auch der schieren Masse von Indikatoren: Man trifft mehr Leute, hört mehr Geschichten, wird vor mehr Probleme gestellt und fällt mehr Entscheidungen. Das allerwichtigste jedoch: Man ist frei. Nur wer komplett alleine im rollenden Zuhause durch die Landschaft fährt, keine Zukunftspläne und unzählige Möglichkeiten vor sich hat und die Gedanken treiben lässt – nur der weiß, wie sich unbedingte Freiheit in ihrer reinsten Form anfühlt.

 

Euer Flo


Teile diesen Blogeintrag:


0 Kommentare

Ein Fazit...

Dieser Eintrag ist anders. Das liegt nicht daran, dass ich wieder im weichen Licht meiner geliebten Stehlampe sitze und Hifi-Sound mein Hinterteil in den Bürostuhl drückt, der den Schöpfer seiner Sitzmulde seit über 550 Tagen nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Nein, das ist es nicht. Auch die Tatsache, dass die Reise vorerst ein Ende gefunden hat ist nicht entscheidend. Es liegt wohl an dieser merkwürdigen Mischung aus Melancholie und Resignation. Warum? Ich stehe vor der unlösbaren Aufgabe, 18 Monate pures Leben auf ein wenig Text zu reduzieren. Wie jeder Andere in meiner Situation werde ich dabei kläglich scheitern und versuche es dennoch.


Ich bin mit Haien geschwommen. Ich bin barfuß durch den laotischen Dschungel gewandert. Ich habe gelernt, wie man die Kohlestifte im Inneren eines Anlassers wechselt und auf welcher Seite vom Teller die Gabel liegen sollte. Ich bin in der australischen Wüstensonne verbrannt, im Monsunregen Südostasiens ertrunken und in den Alpen Neuseelands erfroren. Ich habe unartige Wörter in mindestens 10 Sprachen erlernt, bin mit betrunkenen Bauern durch nächtliche Bananenplantagen geheizt und habe Stundenlang die Milchstraße angestarrt. Ich habe ein Jahr lang da gewohnt, wo ich geparkt habe. Ich musste Kühe häuten, Dingospuren folgen und kreischen wie ein kleines Mädchen, wenn mal wieder eine riesige Spinne auf dem Kopfkissen gesessen hat. Ich erlebte feiernde Menschenmassen und totale Isolation. Ich bin illegal quer durch Australien gefahren, habe auf einem Boot gewohnt und Vulkane erklommen. Ich habe wilde Rinder mit dem Motorrad durch die Wüste gejagt, Zäune gebaut und Windräder repariert. Ich wurde von einer Lebensmittelvergiftung umgehauen und habe im Dreck gelegen. Ich habe viele Freunde gefunden und einige Andere verloren. Ich musste lernen zu Schießen und bei Höllenlärm in den Schlaf zu sinken. Ich habe Zwiebeln chauffiert, sortiert, verflucht und gegessen. Ich bin per Anhalter durch die Lande gezogen und mit einem Seil an den Füßen 134 Meter in die Tiefe gesprungen. Ich habe mich Wochenlang nur auf Englisch verständigt und in einem Jahr mehr Nudeln gegessen als in meiner gesamten Studienzeit. Ich habe gegen australische Behörden gekämpft, meinen Van auf Geländepisten festgefahren und mich am Sternbild orientiert. Ich war auf einem Rave mitten im Wald, an einsamen Traumstränden und an Orten, die nur für mich etwas Magisches haben. Ich habe mich in der größten Tempelanlage der Welt verlaufen, habe am Strand gewohnt und etwas in einen Baum geschnitzt. Ich habe Ängste überwunden.

Ich habe, ich bin, ich war. Ich könnte ewig so weiter machen und hätte doch irgendwie nur einen winzigen Teil erzählt – ein paar Highlights und Kuriositäten eben, die man sich gerne in Erinnerung ruft. Zu Beginn dieses Eintrags habe ich eigentlich die beste Beschreibung meiner Reise gegeben: Pures Leben. Was sich zunächst hochgestochen und irgendwie kitschig anhört trifft es genau auf den Punkt.  
Reisen in der Form, wie ich es erleben durfte, ist keine Aktivität die man ausführt. Es ist keine Sache, die man gerade macht. Nein, das ganze Leben ändert sich. Die eigene Welt stellt sich sprichwörtlich und auch buchstäblich auf den Kopf und du bist mittendrin. Es gibt keine Kompromisse zwischen Aufgeben und Weitermachen und es ist dein Alltag, dass du keinen Alltag hast. 
Dabei gibt es genau so viele spannende wie langweilige Momente. Es ist nicht immer Alles spektakulär und außergewöhnlich, und das muss es auch gar nicht sein. Aber die Intensität, Häufigkeit und Variabilität, in der den Reisenden die unterschiedlichsten Gefühle und Gemütslagen aufsuchen steht in keinem Verhältnis zu dem, was man Zuhause empfindet. In den 18 Monaten auf Reisen habe ich mehr gelacht, geweint, gelernt und gedacht als in den 5 Jahren davor. Das liegt nicht nur an den geänderten Umständen, sondern auch der schieren Masse von Indikatoren: Man trifft mehr Leute, hört mehr Geschichten, wird vor mehr Probleme gestellt und fällt mehr Entscheidungen. Das allerwichtigste jedoch: Man ist frei. Nur wer komplett alleine im rollenden Zuhause durch die Landschaft fährt, keine Zukunftspläne und unzählige Möglichkeiten vor sich hat und die Gedanken treiben lässt – nur der weiß, wie sich unbedingte Freiheit in ihrer reinsten Form anfühlt.

Nach 67 Einträgen hat mein Reiseblog nun ein vorläufiges Ende gefunden. Vorläufig? Jetzt hat der schon wieder dieses Wort benutzt, vorläufig. Schuld daran ist der Travelbug: Wohl das einzige Tier, welches weltweit verbreitet ist und wirklich überall überlebt. Ok, da gibt es noch die Kakerlaken, aber die beißen nicht. Wer vom Travelbug gebissen wird ist infiziert und eine Heilung ist weder möglich, noch erwünscht. Denn wer gebissen wird weiß, dass er die Reise goldrichtig angegangen ist. Reisen macht süchtig. Woran das liegt habe ich wahrscheinlich ausgiebig genug erläutert. Wenn ich heute meine Blogeinträge von vor über einem Jahr lese, bekomme ich Gänsehaut - so viele Erinnerungen an dieses wahnsinnige Abenteuer! 
Und so träumte ich schon während den letzten Wochen der Reise von wilden Bären in Kanada und den eisigen Schneemassen Alaskas. Bedingt durch Visum und Finanzen wäre das ab Anfang 2015 denkbar. Aber vorerst bleibe ich Zuhause und verbringe ein wenig Zeit mit meiner Familie und Freunden. Zuhause, wo man in Ignoranz erstarrt, wenn sich Jemand im Bus neben einen setzt und wo man angeschaut wird wie ein Auto, wenn man fremde Menschen begrüßt. Die Umstellung ist groß, denn obwohl ich im Inneren noch der gleiche coole, gutaussehende, weise Mensch bin, so habe ich doch Eigenarten von anderen Kulturen adaptiert.

In den nächsten Tagen werde ich diesen Blog in Buchform bringen – mit Karten, Statistiken, mehr Bildern und anderen Erinnerungen. Ich mache das für mich selbst und hatte das immer so geplant, aber wer mag kann sich den Schinken dann gerne mal ein paar Tage ausleihen.

Was mir nun noch bleibt ist DANKE zu sagen. Danke an alle, die mich unterstützt haben und an mich geglaubt haben. Danke an die vielen tollen Menschen, die ich unterwegs kennenlernen durfte. Danke an meine Eltern, Brüder und Freunde, die mir schon nach wenigen Minuten das Gefühl gegeben haben als wäre ich nie weg gewesen. Danke.

Euer Flo.



Teile diesen Blogeintrag:


4 Kommentare

Flughafengegrummel

Guten Morgen!


Auckland Airport im Sonnenuntergang



Kennt ihr denn Film mit Tom Hanks, wo der einen Typen spielt der am Flughafen wohnt? Wenn ja, so geht es mir gerade. Wenn nein, mir geht es gerade wie einem Typen im Film der am Flughafen wohnt. Gespielt von Tom Hanks. 15 Stunden Aufenthalt habe ich hier in Brisbane, und knapp die Hälfte liegt noch vor mir. Zeit genug, sich mal über alles Mögliche aufzuregen. Zum Beispiel über Banken. Da geht der gemeine Backpacker Wochenlang Äpfel pflücken oder Rinder ärgern, will am Ende ein wenig Erspartes mit nach Hause nehmen und fragt sich: Wie???

Okay, die meisten Reisenden fragen sich das nicht und überweisen das Geld einfach auf ihr deutsches Konto. Die Bank unseres Vertrauens (Westpac) will schließlich nur 20 Dollar Überweisungsgebühr. Dazu kommen vielleicht nochmal ein paar Euro Gebühren von der deutschen Bank, aber das ist zur Not auch okay. Garantiert keine weiteren Gebühren! Ich war nur einen Klick von der Überweisung entfernt, als mich der Wechselkurs stutzig machte. Tippfehler? Oder ist irgendeine Börse gecrasht? Verunsichert ein Dollarmörder (Tä-dääähm) die Anleger? Westpac zieht einfach mal 6% vom aktuellen Umrechnungskurs ab. Wenn ich also meine übrigen 3.000 überweise, gehen dabei 200 Euro für eine neue hässliche Plastikpalme in irgendeiner Westpacfiliale flöten. Dafür hab ich mir hier nicht den Arsch aufgerissen! Ich habe letztendlich eine externe Firma namens „Ozforex“ gefunden, mit der ich insgesamt weniger als 10 Euro für alles bezahlt habe – bei aktuellem Kurs. Klingt doch besser als 200, oder? Natürlich war das ganze aber mit gehörigem Aufwand verbunden – Registrieren hier, verifizieren da, Telefonbanking, Sicherheitsfragen bla bla bla. Aber immer noch besser als denn Affen von Westpac das Geld in den Arsch zu sc zu geben. Sechs Prozent! Für was denn? Für NIX! NEIN ICH REGE MICH NICHT AUF!!! Aber mal im Ernst, das ist einfach nur dreist. Aber es funktioniert, genau wie mit den Abmahnwellen und so vielen anderen Dingen – die meisten Leute denken nicht nach und zahlen einfach. Schafe, alles Schafe! 


Apropos Schafe – Neuseeland ist eigentlich bekannt als das Land der Schafe. Die üppigen Weiden der Highlands (und Lowlands und auch Alles dazwischen) waren eins gesäumt von den knuddeligen weißen Wollkugeln. Mittlerweile sieht das anders aus – etwa die Hälfte der Weidefläche ist heute mit Milchkühen bestellt. Dabei bekam eine Firma Neuseelands das Milchmonopol, unter dem Versprechen die Milchprodukte lokal noch bezahlbar anzubieten. Die Firma fand irgendein Schlupfloch und der billigste Liter Milch, den ich in Neuseeland je gefunden habe lag bei umgerechnet 1,80 Euro. Womit soll der Budgetbewusste Reisende da sein Müsli schaufeln? Mit Regenwasser?

Nein, ich bin noch nicht fertig mit Aufregen. Die Flugvermittler sind mal wieder dran. Ich habe ja beim letzten mal schon fast neurologische Ausfälle bekommen, als ich bei Opodo und seinen Komplizen einen Flug nach Neuseeland finden wollte. Da kostet dann plötzlich das Gepäck 50 Euro extra, irgendeine Servicepauschale schlägt mit 30 Euro zu Buche oder man bezahlt 40 Euro extra, wenn man mit Kreditkarte bezahlen möchte. Blöd nur, dass man nur mit Kreditkarte bezahlen kann. Beim Hinflug lief alles glatt, doch gestern durfte ich in Auckland 130 Dollar für die Aufgabe meines einen Gepäckstücks bezahlen. Da bekommen die werten Herren von Rumbo.de wohl noch Post von mir. Immerhin konnte ich mein Longboard kostenfrei transportieren, da ich meine große, billige Reisetasche von innen so aufgeschnitten habe, dass ich das Board gerade so reinquetschen kann. Bei den Billigairlines zahlt man pro Flug sonst gerne mal 80 Dollar extra fürs Board. Meine Tasche ist so komplett in die Länge gezerrt, enorm sperrig und würde wohl schreien wenn sie schreien könnte – zählt aber als ein Gepäckstück. Im Kampf gegen die Airlinespackos steht es also 1 zu 1. 

So, genug aufgeregt. Achso ne, gestern habe ich schon wieder meine Sonnenbrille verloren. Ich habe mir vor dem Flug natürlich wieder alles reingepfiffen, was die Reiseapotheke so hergab und das Teil high und betrunken gleichzeitig irgendwo am Gate liegen lassen. Ja ja, ich und die Sonnenbrillen. Es grenzt an ein Wunder dass mein linker großer Zeh den Abend unbeschadet überstanden hat.

Kleine Entschädigung: Sicht auf Brisbane bei Nacht



Der Check-in öffnet in einem knappen Stündchen und ich möchte früh rein, um der langen Schlange am TRS-Schalter zu entkommen. Dort kann ich mir die Steuern von meinem in Australien gekauften neuen Handy zurückzahlen lassen – vorausgesetzt es steht nicht wieder ein Bus voller Asiaten mit je zwei Koffern voller Klamotten vor mir. Außerdem braucht es ja noch etwas Zeit, sich einen Vodka zu besorgen um sich den kommenden Flug schön zutrinken. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich nach über 8 Stunden Flugzeit in Singapur in mein Hostelbett sinken kann. Danach berichte ich dann auch von den jüngsten Erlebnissen im Land der Hobbits – hat diesmal ja irgendwie nicht geklappt. Morgen dann! Aber solche unschönen Dinge gehören zum Alltag eines Weltenbummlers nunmal auch dazu und es mag für den Einen oder Anderen zukünftigen Reisenden interessant sein, wie man unnötige Kosten umgehen kann. Wie sagte einst ein sehr weiser Mann... Das Leben ist nicht nur Pommes und Ficken.

In diesem Sinne,
bis zum nächsten Mal.


Teile diesen Blogeintrag:


4 Kommentare

Zeitreise Reisezeit

Hallo ihr Lieben...

es ist Donnerstag, der 24.10.2013 – vor genau einem Jahr begann meine Reise. Aber was macht man auf einem Reiseblog zum Jubiläum? Eine Zusammenfassung der Geschehnisse? Die Highlights in Erinnerung rufen? Neue Bilder, Statistiken? Nichts von Alledem scheint mir angebracht. Wie soll eine Rezension vermitteln, was nicht einmal der beste Reiseblog mit regelmäßigen Einträgen schaffen kann – das Gefühl, sich mit meist möglicher Freiheit von Erlebnissen, Herausforderungen und Wünschen motiviert durch die ferne fremde Welt treiben zu lassen. Jeder ernsthafte Versuch dessen endet in Resignation und der Einsicht, dass Worte, Texte, Bilder und Videos eben immer nur einen winzigen kleinen Teil vom großen Gesamtpaket erzählen können. Jeder wird sich nun denken „na logisch“, doch nur wer bereits in meiner Situation gewesen ist besitzt die Fähigkeit, die Tiefe dieser Erkenntnis zu verinnerlichen. Alles was bleibt ist daher ein Appell, selber diese Erfahrung zu machen.

Doch braucht es wirklich einen Appell? Andauernd höre und lese ich, dass man es mir gerne gleichtun würde, aber nicht die Möglichkeit dazu hätte. Meine Antwort ist immer gleich: Was hält dich davon ab? Die Antworten darauf beziehen sich dann meistens auf Geld, Zeit und Verpflichtungen. Bullshit. Geld kann man sparen, Zeit hat man solange man lebt und Verpflichtungen kommen und gehen. Man sollte vielleicht nicht überstürzt packen und zum nächsten Flughafen rennen, wenn man hochschwanger und pleite kurz vor dem Diplom steht und auf eine Niere wartet. Doch mit genügend Motivation und dem richtigen Zeitpunkt steht diese Möglichkeit Jedem offen – der Tatsache bewusst, dass unzähligen guten Aspekten einer solchen Entscheidung auch immer einige Negative entgegenwirken.

Das Alles ist natürlich nicht Jedermanns Sache. Natürlich? Jemand wie ich, der - wie man unter Reisenden sagt - „bitten by the travel bug“ bereits mit Reisefieber infiziert ist versteht nur schwer, wie man ein solches Abenteuer NICHT wollen kann. Ich persönlich glaube, es gibt 4 Typen von Reiseverweigerern. 

  • Typ 1: Der Ledersessel-Muldensitzer. Warum vor die Tür gehen, wenn es Zuhause doch am Schönsten ist? Bekannte Gesichter leisten mir Gesellschaft, im Kühlschrank ist stets ein kaltes Bier und Wikipedia weiß doch eh alles über Australien oder Nepal.
  • Typ 2: Der Fitness-Studio-Jahresabo-Besitzer. Das sieht nicht gut aus in meinem Lebenslauf. Ein Jahr auf Reisen ist ein verlorenes Jahr auf dem Weg zu Karriere, Geld und hübschem Haus mit Kies-Auffahrt.
  • Typ 3: Der Nach-dem-Wochentag-Fragende. Was bringt mich ans Ende der Welt, wenn die Motivation gerade so ausreicht, den Alltag zu bewältigen? Das bringt mich auch nicht weiter. Reisen kann ich immer noch, wenn ich alt bin.
  • Typ 4: Der Klopapier-auf-Vorrat-Käufer. Da kenne ich Keinen, die reden nicht einmal meine Sprache! Was, wenn ich krank werde? Ich kann das nicht.

Um die Frage wieder aufzugreifen, ob ein Appell von Nöten ist: Ich denke ja! Es ist ein wenig so als wenn man mit Freunden einen Film schaut, den man selbst schon gesehen hat: Die Kumpels sollen ihn auch sehen und dürfen nichts verpassen. Man hat einfach den Drang, die Begeisterung für etwas zu teilen. Mit dem Reisen ist es nicht anders – wer das verstehen will, muss es selber tun. 
Typ 1 aber wird so lange in seinen Sessel pupsen, bis er gelangweilt ist und seinen Horizont erweitern möchte. Typ 2 ist ohnehin verloren und kann nur mitleidig belächelt werden. Bei Typ 3 und 4 gibt es jedoch Aussicht auf Erfolg - Packt euren Rucksack, ihr werdet es nicht bereuen. Ich habe mit etlichen Reisenden gesprochen, die nach langem Zögern den Schritt zur großen Reise gewagt haben. Typ 3 findet seinen Weg oder kommt sich selbst zumindest ein Stückchen näher. Typ 4 hat Heulkrämpfe und Heimweh, überwindet sich aber irgendwann, wird selbstsicherer und aufgeschlossener. Ich selbst war wohl Typ 3, als mich vor einigen Jahren Reiseblogs dazu animierten, meine Sachen zu packen – die absolut richtige Entscheidung!

Man, wie schnell ein Jahr vergeht – nicht. Mir kommt es eher vor, als sei es schon 3 Jahre her, dass ich meine Familie ein letztes mal gedrückt habe und in den Flieger nach Abu Dhabi gestiegen bin. Es ist einfach so viel passiert in der Zwischenzeit. Man erlebt, bewältigt und lernt viel mehr, als man es normalerweise in einem Jahr tun würde. Mit einem ganzen Jahr auf Reisen kommt auch die Frage nach einem Ende dessen auf, worüber ich mir in der letzten Zeit einige Gedanken gemacht habe. In genau 2 Monaten ist Weihnachten, in genau 4 Monaten ist mein Geburtstag und in genau 6 Monaten verfällt mein Open-Return Rückflug. Erst 7 Monate später würde mein 2.Jahres-Visum auslaufen, sofern ich es denn bekomme. 
Ohne zu persönlich zu werden – ich möchte mein Rückflugticket nicht verfallen lassen, aber auch nicht viel eher wiederkommen. Demnach plane ich, in 6 Monaten wieder in Deutschland zu sein. Das bedeutet ein weiteres Weihnachten und ein weiterer Geburtstag ohne Freunde und Familie. Ich glaube danach ist es wirklich an der Zeit, dem Ruf in die Heimat zu folgen – zumindest für einige Zeit. Mit insgesamt 18 Monaten Reisezeit hätte ich dann zwei deutsche Winter übersprungen – Wahnsinn! Das alles ist natürlich wie immer nur eine Planung. Sollte ich mein Visum nicht bekommen bin ich schon eher wieder da, und sollte ich einen pervers lukrativen Job bekommen vielleicht auch erst ein paar Monate später. Aber es ist recht wahrscheinlich, dass ich meinen Hintern im April in Frankfurt aus dem Linienflieger zittere. Also, macht euch nackig und stellt das Bier kalt!

Der Flo

P.S.: Alles Gute zum Geburtstag Däääd! (Auf 2-3 Tage kommt es nicht an und der Erste bin ich sowieso :-P)


24.10.2012


Teile diesen Blogeintrag:


0 Kommentare