Urlaub vom Urlaub

Isla Mujeres („Die Insel der Jungfrauen“) ist eine gerade mal 8 Kilometer lange Insel direkt vor dem Urlaubsort Cancún. Normalerweise nimmt man einfach ein Schnellboot, aber normalerweise hat man auch kein Auto dabei. Die Autofähre legt nur 3 mal am Tag ab und zockelt ganz gemütlich ans Nordende der Insel. Neben einer Handvoll Hotels und Resorts gibt es auch genau ein Hostel auf der Insel, welches mit seiner großen Strandbar auch gleichzeitig das Partyzentrum ist. Weißer Sandstrand mit Palmen, kleine Restaurants und viele junge Leute kann man sich mal eine Woche geben, dachten wir uns.

Der Plan war, an diesem belebten Ort einfach mal wieder im Auto zu schlafen. Allerdings war es dermaßen heiß im Auto, dass wir in einem See aus eigenem Schweiß ertrunken sind und gegen ein Uhr nachts genervt aufgaben. Wir schliefen schließlich einfach in einer Liege direkt am Strand - unterm Vollmond mit Meeresrauschen im Hintergrund - nicht bequem, hatte aber was! Um halb 6 morgens weckte uns der Besitzer des Restaurants, zu dem die Liegen gehörten mit einem unbezahlbaren WTF-Blick. Wir sind ja schon weg!

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Mitten im Wandola country

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Das wilde Mexiko

Lange hat es hier nichts mehr zu Lesen gegeben. Mit dem näher kommenden Ende einer so langen Reise ist man einfach „fertig damit“ und die letzten Tage und Wochen erscheinen einem irgendwie überflüssig. In Gedanken schon Zuhause will man aber gleichzeitig noch die letzte Zeit genießen. Man sitzt zwischen den Stühlen, könnte man sagen. Das ist wahrscheinlich nicht rational begründbar, aber ein ähnlicher Gemütszustand ereilte mich schon gegen Ende meiner ersten Weltreise und befreundete Globetrotter haben dieselben Erfahrungen gemacht. Nun aber, nach fast 4 Wochen zurück in Deutschland nutze ich den ersten Anflug von Muße um von meinen letzten Wochen zu berichten und den Blog mit einem zweiten Reisefazit zum Abschluss zu bringen.

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Tauchen an der Baja California Sur

Moin!

Mein Blog hängt leider mal wieder dezent hinterher. Mittlerweile bin ich mit Julia aus Innsbruck unterwegs, die ich vor 2 Jahren auf Ko phi phi kennengelernt hatte. Letzte Nacht hat mich eine Lebensmittelvergiftung ganz schön umgehauen, ich habe jedenfalls fürstlich abgekotzt - oder um es mit Julias Worten zu sagen: Mi hats g’scheit ausgeräumt! Daher haben wir hier in Champoton unser Hotel noch um eine Nacht verlängert und ich kann neben grausiger Salsamusik am Pool endlich von den Erlebnissen mit Vincent auf der Baja California berichten.

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Die Sache mit dem Differential

Der Burning Man ist bereits seit 3 Wochen vorbei und irgendwie habe ich den Blog mal wieder schleifen lassen. Der Wurf zurück in die Realität war hart und bedurfte so einiger ausgedehnter WIFI- Sitzungen. Internet bis zum Umfallen! Vincent musste zudem an einer Seminararbeit arbeiten, weshalb die Fahrt zur mexikanischen Grenze zu einer regelrechten Walmart-Starbucks-Rally geworden ist. Eine Fachwerkstatt in Reno hatte für unser nach wie vor schleifendes Differential Kosten von knapp 2000 Dollar vorhergesagt - Mexiko war daher auch unsere einzige Chance, einem Totalschaden zu entgehen. Zum Ende hin roch der Wagen komisch, lenkte von alleine und machte Geräusche wie ein wütender Tintenstrahldrucker während der Apokalyse, weshalb wir nur Nachts und nicht schneller als 60 Freedoms pro Stunde (90kmh) fahren konnten.

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Burning Man 2016

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Die Ruhe vor dem Sturm

Dieser Eintrag wird extrem kurz - es ist bereits 22 Uhr und morgen früh beginnt der Burning man! Aber wie versprochen wollte ich mich wenigstens nochmal kurz melden.

Auf dem Weg in den Yellowstone Nationalpark campten wir am Strand eines abgelegenen Sees. In der Ferne loderten mehrere Buschfeuer, die die Sonne knallrot leuchten ließen. Wir trugen unseren Teil mit einem eigenen kleinen Feuer bei und machten Fladenbrot direkt auf der Glut.

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Von Vegas bis ins Canyon Country

Das Hostelleben in Las Vegas war wie erwartet eher medium. Die nächtliche Tour zum Lake Mohave (Klippenspringen und Meteorstrom beobachten) wurde durch ein paar nervige Charaktere getrübt, einer der Bewohner litt an Logorrhoe und mein Etagenbett wurde in den vorherigen Monaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Hüpfburg missbraucht. Dennoch hat sich der Aufenthalt in Vegas auf jeden Fall gelohnt! Die Stadt ist wirklich beeindruckend und es war gut, mal für ein paar Tage aus dem gewöhnlichen Reisetrott rauszukommen. Unser Hostel war Drehort vom Film Hangover und befand sich direkt am Strip zwischen einem Sexshop und einer Kapelle mit der Option auf „drive through wedding“. Aber nicht weinen, ich bin noch zu haben. Die zweite Nacht verbrachten wir im Herzen des alten Strips und verspielten pro Nase kalkulierte 100 Dollar im Caesars Palace, Bellagio und Mirage. Wirklich gewinnen kann man in Vegas nicht - Beim Roulette gibt es neben der 0 noch die 00 und die einarmigen Banditen haben ihren Namen hier wirklich verdient. Vincent wurde wenigstens noch durch kleinere Gewinne Chancen vorgegaukelt, bei mir haben sich die Automaten die Mühe direkt gespart. „What happens in Vegas stays in Vegas“ gilt also auch fürs Geld. Immerhin gab es Freigetränke ohne Ende und wir hatten einen wirklich geilen Abend. Las Vegas - lohnt sich definitiv, aber einmal reicht dann auch!

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Mondbrand und Milchwurst

Vincent am Mittwoch vom Flughafen abzuholen war irgendwie surreal. Es war doch schon wieder über ein Jahr her, dass ich ein vertrautes Gesicht in allen drei Dimensionen vor mir hatte. Die Euphorie besiegte den Jetlag und wir verloren keine Zeit, uns noch am selben Abend auf den hektischen Highways gen Osten zu schieben. Raus aus der Stadt, ab in die Wildnis! Nach einem Orga-Tag (Sortieren, Einkaufen, Planen…) stand die grobe Route fest: Einen schönen Kringel durchs Land bis nach Reno fahren, wo Ende des Monats der Burning Man stattfindet, danach die Westküste hinunter nach Mexiko.

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Ab nach San Francisco

Es ist mein vorerst letzter Abend alleine, also eine gute Gelegenheit von meinem Roadtrip nach San Francisco zu berichten. Das ganze sogar zeitig und auf deutsch, man glaubt es kaum! Um mich meinem Ghetto-Stellplatz anzupassen gibts dabei feinen Burbon und eher unfeinen (dafür immerhin lauten) Goa. Ich stehe hier nämlich auf einem schäbigen Baumarktparkplatz, irgendwo zwischen Highways und Bahntrassen, und über mich rollen die hier im Sommer so typischen, gewaltigen Nebelschwaden hinweg.

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Goodbye, Kanada!

Moinsen!

Meine letzten Tage in Kanada verbrachte ich ganz entspannt am Strand und in der Stadt, wo ich zum Beispiel den Stanley Park nochmal komplett mit dem Longboard umrundet habe. Da stand dann plötzlich ein fetter Biber neben mir! Dank der Traveller-Gruppe auf Facebook hatte ich Abends am Strand auch oft Jemanden der mir half, den Pfand sammelnden Obdachlosen finanziell ein wenig zu unterstützen. Der Gute muss ja auch irgendwo von leben! In Vancouver war zudem das „Festival of lights“, sodass es Abends oft noch ein ordentliches Feuerwerk zu bestaunen gab. 

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Borderline breaking point (english)

Here's our plan: Going east to spend some time around Nelson, renew my visa at the border and keep driving to Vancouver with a little vacation stop in the Okanagan valley. Off we went!

Back in the „badlands“ we already discovered our front wheels to be worn unevenly. I tried to do a wheel alignment, but Ford thought it would be a good idea to let people buy an „alignment kit“ before doing so, which of course couldn’t be found in the middle of nowhere. A new set of tires would be close to 1000 dollars, so we instead installed the bad tires on the back axle (just in case they decide to go on us) and continued heading south east. Near the US border, close to Waterton Lakes Nationalpark the scenery then finally changed from f-f to pretty neat (so neat) mountain ranges. 

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Bears'n beavers (english)

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Trees and also trees (english)

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Zukunftsmalerei

Guten Morgäähnn! Ich sitze gerade im Wartebereich einer Spezialwerkstatt für Soundtechnik und habe endlich mal Zeit, euch mal wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. In den letzten Wochen habe ich zwar nicht sonderlich viel unternommen, aber umso mehr geplant und organisiert. Denn ohne konkreten Plan erwischte ich mich selbst dabei, wie ich eher unmotiviert in den Tag hinein gelebt habe. Es gab mehr Zweifel und Grübelei als Reiselust und Spontanität. Was ist in einer Woche? In einem Monat? In einem Jahr? Gleichzeitig schwebte nämlich auch die eigene Zukunft in den letzten Wochen wie ein Schatten über mir. Pleite nach Hause kommen und bei den Eltern Obdach schnorren steht nicht wirklich hoch im Kurs. Nach exzessivem Chatten und Skypen gibt es nun aber eine Art Masterplan für die nächsten 6 Monate und damit wohl auch für den Rest meiner Reise! Ich bin ja kein großer Freund von „Plänen“ unterwegs, doch wenn Besuch angeflogen kommt muss man eben zumindest Zeit und Ort vom Anfang und Ende des Trips festlegen. Und dass ist es Wert! Denn nach Jahren der Weltreise sitzt eine Erkenntnis ganz tief: Nichts ist so wichtig wie gute Gesellschaft.

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Reif für die Insel

Dienstag, der 22. März 2016 - der Tag meiner Entlassung. Ich verließ Fort St. John direkt am Nachmittag und fuhr noch bis in die tiefe Nacht hinein Richtung Süden. Es war ein irres Gefühl, die Gegend nach 6 Monaten mit gefülltem Konto und neugewonnener Unabhängigkeit zu verlassen. Die Fahrt verlief (abgesehen von einer lebensmüden Eule auf Kollisionskurs) ohne Zwischenfälle und ich verbrachte meine erste Nacht in Freiheit glücklich und stilecht auf dem Walmart-Parkplatz in Hinton.

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Bye oilfields, hello road!

Heute Morgen auf dem Hof meiner Ölfirma: Die alte Lady erwacht aus dem Winterschlaf.
Heute Morgen auf dem Hof meiner Ölfirma: Die alte Lady erwacht aus dem Winterschlaf.
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603 Stunden Arbeit in 58 Tagen

Meinen letzten Eintrag hier hab es im Januar, und mittlerweile haben Bezeichnungen wie „verschollen“ und „schreibfaul“ ihren Weg in den kanadischen Busch gefunden. Nie zuvor habe ich so lange nichts von mir hören lassen. Sorry! Aber hey, hier isser, wieder aufgetaucht und sogar am schreiben! Mitte Januar habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, für einige Monate wieder nach Deutschland zu kommen. Mein Plan in den Ölfeldern war ja irgendwie nicht so recht aufgegangen. Das hat sich aber schlagartig geändert - zwischen dem 13. Januar und dem 10. März liegen über 600 Arbeitsstunden und heute ist mein erster komplett freier Tag seit über 5 Wochen.

Zunächst ging es wieder auf einen Flowback Job. Neben Tim war auch ein dicker Indianer namens Tad mit von der Partie. Der Typ war einfach nur witzig und wir hatten Spaß ohne Ende. Er erzählte mir auch ein wenig von der Geschichte seines Dorfes. Als der Stamm vertrieben wurde hatten sie nur noch einen Bruchteil des Landes zur Verfügung, und die Kultur der einheimischen Völker wurde schlichtweg nicht akzeptiert. Wenn seine Oma zum Beispiel in der Öffentlichkeit ihre Stammessprache gesprochen hat, wurde ihr für den Rest des Tages vertikal ein Stock in den Mund geklemmt. Nicht nur die deutsche Geschichte, von der hier drüben noch jeder andauernd redet, hat ihre dunklen Flecken.

Der Job im Busch war wieder relativ entspannt. Ein Highlight war sicherlich ein Wiesel, was in eine Schale mit Flowback gesprungen ist und wieder im Wald verschwand. Seitdem reden wir immer ehrfürchtig vom Tschernobylwiesel, wenn sich irgendwo die Bäume biegen. Gegen Ende konnte ich noch ein großes Leck verhindern, als Tim dabei war die falsche Verbindung zu lösen. Jetzt kann ich wahrscheinlich mein Leben lang V8 fahren und habe bei den Baumkuschlern immer noch einen gut!

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Mit Tim am Seuchenwagen

In meiner Silvesternacht gabs Nordlichter statt Feuerwerk
In meiner Silvesternacht gabs Nordlichter statt Feuerwerk
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Camp Life

Gutsten Tach werte Leserschaft und herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Ich bin da wo du nicht bist und erzähl dir was drüber“ - diesmal aus den Tiefen des kanadischen Buschlands. Ich sitze grade in meinem Zimmer im Camp und habe mal wieder nix zu tun, da meine Schicht erneut einen Tag nach hinten verschoben wurde. Arbeitstechnisch passiert hier bisher immer das exakte Gegenteil von dem, was einem gesagt wird. Es stört mich erstaunlich wenig, aber ist doch irgendwie interessant. Wenn es angeblich Arbeit gibt, gibt es keine und umgekehrt. Die Unzuverlässigkeit ist dabei schon so konstant, dass sie wieder zuverlässig ist. Natürlich ergibt das Sinn. Beim Upload meines letzten Eintrags um 7 Uhr morgens gabs noch lecker Energydrink, damit ich wieder in einen normalen Schlafrhythmus komme.  20 Minuten später klingelte dann mein Handy. Flo, Arbeit, heute Nacht!

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Another Day, another dollar

Es ist 2 Uhr nachts und ich sitze irgendwo mitten im kanadischen Busch in meinem Firmentruck. Pumpe 606 neben mir macht Geräusche, als hätte wieder jemand die Öffnung für Öl und Diesel verwechselt. Naja, noch läuft sie. Ich habe immer ein paar Minuten Zeit, ehe wieder 35 Kubikmeter Wasser auf 26 Rädern angerollt kommen und in den zu groß geratenen Swimmingpool hinter mir gepumpt werden wollen. Die Zeit verbringe ich mit Lesen, Film schauen oder eben Blog schreiben. Es ist meine zweite Nachtschicht und der Pseudo-Jetlag lässt mich jeden Satz drei mal umformulieren, ehe er halbwegs lesbar scheint. Zeit noch eine Cola aus dem Schneehaufen nebenan zu holen! Der Schneehaufen hat sich gegen das Autodach durchgesetzt, da es auf der Heimfahrt zu oft Cola geregnet hat. 

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Die lang ersehnte Wende

Dieser Eintrag handelt vom Fall der Berliner Mauer, was natürlich schamlos gelogen ist. Aber manchmal fühlt man sich hier wirklich wie ein paar Jahre in der Zeit zurückversetzt. Beim Faxen (echt jetzt) und SMS schreiben sind die Weltkriege stets ein beliebtes Thema, und während man bei Mäcces auf seine Bestellung vom Dollarmenü (auch das gibts noch) wartet, erzählt einem die Kassiererin wie erleichtert sie doch ist, dass Hitler jetzt tot ist. Smalltalk made in Canada.

Nachts sind es hier mittlerweile immer unter 0 Grad, und als mir eines Morgens die Decke am Gesicht fest gefroren war wusste ich, dass es so nicht weiter gehen konnte. Schließlich hat meine Mutter „keinen Bock einen tiefgefrorenen Florian nach Hause geschickt zu kriegen“, was ich auch durchaus verstehen kann. Der normale aufgetaute Florian ist ja schon gewöhnungsbedürftig. Ich besorgte mir daher einen 1500 Watt Keramik Heizlüfter, den ich Nachts immer schön auf Kosten der Firma durchlaufen ließ. Ich schlich mich für die Nacht eh immer dort auf den Parkplatz, um meinen „Block Heater“ an den Strom anzuschließen. Das ist quasi ein Tauchsieder fürs Kühlwasser, womit die Autos in Kanada auch bei eisigen Temperaturen am Leben erhalten werden. Fast jeden Abend liefen mir dort Rehe oder auch mal ein Elch vor dem Auto entlang. 

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Auf Jobsuche im Ölgewerbe


Die erste Nacht alleine in Fort St. John wär kälter, als ich erwartet hatte. Sobald die Temperatur in den negativen Bereich fällt, wird es im Auto recht ungemütlich. Ich kramte meinen Schlafsack wieder hervor, der seit meiner Zeit in Island nur noch als Rückenlehne missbraucht worden ist. Morgens ist die erste Amtshandlung meist das Starten des Motors, danach ich verkrieche mich direkt nochmal für 20 Minuten unter die Decke. Dank großem V8-Motor und seperatem Heizlüfter unter dem Bett wird der Wagen dann aber immerhin sehr schnell warm.

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Ein neues Kapitel beginnt

Hallo ihr Lieben! Es ist geschafft - gestern, am 2. Oktober, bin ich in Fort St. John angekommen. Von nun an wird sich mein Leben um 180° drehen, danach auf den Kopf stellen, spiegeln und nochmal kräftig durchmöllern. Doch vorher berichte ich euch von der vergangenen Woche und meinen gewagten Plänen an diesem Lebensfeindlichen Ort.

Bevor Anna und Ich uns auf den Weg nach Jasper machten, besuchten wir noch den Athabascagletscher, der sich als eine der Hauptzungen des gigantischen Columbia-Icefields durch die Rockies gegraben hat. Knapp unter der Schneegrenze konnte man den Großteil der Eismassen allerdings nur erahnen. Richtung Norden geht es nach dem Gletscher aber stetig wieder bergab, und wir kletterten spontan einen kleinen Wasserfall am Straßenrand hinauf. Trotz gemischtem Wetter war die Straße nach Jasper sehr schön, und Anna war ganz aus dem Häuschen: „Guck mal all die Bäume hier, und so viel grün, voll schööön oder!?“ - „Joa“ lautete meine knappe Antwort. Ich durfte in meinem Leben ja schon die eine oder andere Tanne begutachten und bin dementsprechend bei den meisten Aussichten eher uneuphorisch. Eines Nachts hat Anna daher sogar schon geträumt, wir hätten ein paar Bären am Straßenrand gesehen und ich wäre einfach stumpf dran vorbei gefahren. Da mein erster (echter) Bär nach wie vor auf sich warten lässt wird das natürlich nicht passieren, aber ganz unrecht hat sie dennoch nicht - ich bin deutlich schwerer zu beeindrucken, als es noch vor 2-3 Jahren der Fall war. Die „schönen Aussichten“ sind mir mittlerweile ziemlich gleichgültig, nicht jedoch das Gesamtpaket, was dahinter steckt: Spontanität, Simplizität, Freiheit, Herausforderungen, Abenteuer. 

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Roadtrip durch die Rockies

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Früchte am Feuer

Es ist mal wieder soweit, dass ich meine Blogeinträge mit „Jetzt hab ich schon wieder einen Monat nichts von mir hören lassen“ beginnen muss. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Arbeit. Seit Monatsanfang bin ich professioneller Früchteschubser in einer Verpackungshalle im schönen Osoyoos. Auf der Suche nach Arbeit hatte ich zunächst sämtliche Weingüter zwischen Oliver und Osoyoos abgeklappert - und das sind so einige. Ich hab derartig mit Lebensläufen um mich geworfen, ich hätte auch „Kamelle“ dabei rufen können. Bei den meisten Weingütern war allerdings tote Hose, und ich schaute mich bei „Work BC“, den regionalen Arbeitsvermittlungsbehördenstellen (hoffentlich passt das Wort in die Zeile) nach Alternativen um. Dort hörte ich schließlich zum ersten mal vom hiesigen Unternehmen, wo ich nach einem Bad im See kurzerhand vorbeifuhr und in die Halle hineinspazierte.

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Wälder, Bergseen, Katzen auf LSD

Ein See bei Lillooet - endlich wieder on the road!
Ein See bei Lillooet - endlich wieder on the road!
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Hallo Kanada!

Die Couch, auf der ich aufwache ist bereits ordentlich durchgesessen. Wo bin ich hier denn? Ein Kühlschrank, ein Billardtisch, eine Wand voller Fotos und zwei Mädels, die mich etwas perplex anschauen machen klar: oh, ich bin in Kanada! Offensichtlich hatte ich mich bereits im Samesun Hostel in Vancouver eingecheckt, aber die Reisetabletten bescherten mir einen deftigen Filmriss. In meiner rechten Hand vergraben finde ich einen Schlüssel mit der Nummer 114, der mich zu meinem Zimmer und meinem übrigen Gepäck führt. Mein Handy und meinen Reisepass kann ich nirgends finden, aber irgendjemand hat die Sachen wohl netterweise unten an der Rezeption abgegeben. Glück gehabt! Ich gehe spontan zur Straße hinaus und denke im ersten Moment, ich wäre in einer Art Miniaturversion von Melbourne gelandet. Es ist genauso warm wie in den Wochen zuvor auf Hawaii, überall gibt es offene Cafes und selbstgemalte Werbeschilder, an der nächsten Ecke versucht sich ein Straßenkünstler im Beatboxen. Es herrscht geschäftiges Treiben auf den breiten Bürgersteigen und die Haare vieler Passanten sind ebenso rasterförmig angelegt wie die Straßen der Innenstadt selbst, ein ständiger Marihuanageruch liegt in der Luft und in der Ferne sind mehrere Sirenen zu hören, die nur vom lauten Lachen einer Gruppe Asiaten übertönt werden. Am Horizont ist das Meer zu sehen, über dem wegen der nahen Waldbrände dichte Rauchschwaden schweben und den Abendhimmel rötlich färben. Hallo Vancouver, hallo Kanada!

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Yolo im Paradies

Eine lange Busfahrt und ein Marsch durch eine Golfanlage sind nötig, um zum Startpunkt des berüchtigten Hikes der Insel zu kommen: dem Olomana Track. Irgendein Spaßvogel hatte wohl einen Edding dabei und ihn in „Yolomana track“ umgetauft. Ich grinste und begann, meine 3 Liter Wasser den feuchten Urwaldpfad hinauf zu schleppen. Es war bereits 14:30 Uhr - eigentlich wollte ich erst am nächsten Tag hier her, musste jedoch einen Termin umlegen und hatte mich spontan noch alleine auf den Weg gemacht. Der Pfad wurde steiler und die Vegetation spärlicher. Immer öfter hing ein Seil an den Felsen um den Aufstieg zu erleichtern. Nass geschwitzt erreichte ich schließlich den ersten der drei Gipfel, wo ich eine Hawaiianerin kennenlernte. Ein Duft von Marihuyoloana lag in der Luft und sie plapperte fröhlich drauf los. Wir quatschten uns ein wenig fest, und irgendwann fand ich mich in einer Gruppe aus 10 Einheimischen wieder. Sie warnten mich vor den letzten beiden Gipfeln und schließlich machten sich alle bis auf zwei Jungs wieder auf den Rückweg. Zu dritt wagten wir uns an den Abstieg auf der anderen Seite, und 20 Minuten später waren wir auch schon auf dem zweiten Gipfel. Na also, kein Problem! 

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Am Fuße des Diamantenhügels

Aloha! Drei Wochen ist es nun schon her, dass Julius mir am Flughafen von Honolulu eine Blümchenkette um den Hals geschmissen hat. Meine Halbzeit auf Hawaii und Zeit, mal wieder was von mir hören zu lassen. Das klingt aber auch einfacher als es ist, denn bei der entspannten Mentalität der Insel muss man sich immer aufraffen, überhaupt mal irgendetwas zu tun! Ich wohne mit Julius und seiner kanadischen Freundin Hayley in einer gemütlichen Cottage in der Lakimau Street in Waikiki und teile mir ein Zimmer mit 5 Surfbrettern. Alle Fenster sind Tag und Nacht weit geöffnet, um ein wenig Luftzug bei den konstanten 28-30 Grad zu haben. Man hört die Palmen im Wind rascheln, wenn sich nicht gerade der Eiswagen durch die Nachbarschaft bimmelt. Ein Mückengitter schützt erfolglos vor dem Eindringen gigantischer Kakerlaken, aber Mosquitos oder andere Tiere, die einen Stechen oder auf irgendeine Art und Weise zum Ableben animieren wollen gibt es hier nicht. Das ist neben den ganzjährig optimalen Temperaturen wohl einer der Gründe, weshalb der 50. Staat von Amerika so beliebt und damit auch teuer ist. Hawaii ist der teuerste Ort, an dem ich je gewesen bin - und dabei war ich gerade erst in Island und New York. Aber es ist auch einfach ein genialer Ort zum Leben. Fast jeder hier ist braun gebrannt und sportlich, gut gelaunt und entspannt. Das Leben spielt sich draußen ab, und mit dem Paradies vor der Haustür lässt sich das ganz gut aushalten. In den ersten Tagen bin ich aber so richtig hier versackt. Ich hatte mir im Flieger eine Mandelentzündung geholt, und nach all der Action in Island und New York tat mir das Nichtstun ganz gut. Außerdem bin ich nicht hier, um im Schnelldurchlauf die touristischen Highlights abzuklappern. Nein, ich will hier temporär „wohnen“ und das Lebensgefühl von Hawaii aufsaugen! Und Faulenzen ist dabei doch ein wesentlicher Bestandteil…

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Im Westen nichts Neues

Das erste, was ich von der amerikanischen Zivilisation zu Gesicht bekomme ist natürlich die amerikanische Flagge mit ihren 50 weißen Sternen, welche sich auf dem 15 Meter langen, weißen Flügel des ansonsten pinkfarbenen Flugzeugs spiegeln, das als eines von nur 5 Flugzeugen der isländischen Billigairline WOW-Air den Namen „Dad“ trägt und nach 4124 Kilometern Flug über den Atlantik, Grönland, noch mehr von diesem Atlantik und Kanada unerwartet sicher in Boston gelandet ist und den 314 Millionen Amerikanern einen 27-jährigen Deutschen ausliefert, der gerne mal viel zu lange Sätze mit unnötigen Zahlen darin schreibt und nichtmal damit aufhört wenn er merkt, dass die Sätze zu lang werden, denn warum sollte er auch, es kann ihm ja keiner verbieten und am Ende macht er doch sowieso was er will, mit seinen Sätzen, seiner Zeit, seinem Leben.

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